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	<title>unionviertel.kreativ Archive - Unionviertel</title>
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		<title>Westpassage</title>
		<link>https://www.unionviertel.de/westpassage-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank van Lieshaut]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2020 12:04:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[UNIONVIERTEL.KREATIV]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Multiplikatoren;]]></category>
		<category><![CDATA[unionviertel.kreativ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Reise.Als am 16. Juni 2016 die Ausstellung „Westpassage“ in einer kleinen Halle am Union Gewerbehof eröffnet wurde, war das keine gewöhnliche Vernissage. Nicht für die Künstler, nicht für das Publikum und mutmaßlich ebenso wenig für viele Bewohner und Institutionen im Quartier. Entsprechend groß war das Interesse, entsprechend greifbar ist noch immer der Nachhall der ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Reise.Als am 16. Juni 2016 die Ausstellung „Westpassage“ in einer kleinen Halle am Union Gewerbehof eröffnet wurde, war das keine gewöhnliche Vernissage. Nicht für die Künstler, nicht für das Publikum und mutmaßlich ebenso wenig für viele Bewohner und Institutionen im Quartier. Entsprechend groß war das Interesse, entsprechend greifbar ist noch immer der Nachhall der vielschichtigen Aktion.</p>
<p>Der „Westpassage“ liegt der Gedanke zugrunde, das Leben des Menschen beziehungsweise seiner Gesellschaften als „Reise“ zu begreifen. Ein Bild, das zur Annäherung ans Unionviertel tauglich ist, an einen Stadtteil, der auf unterschiedliche Arten und Weisen als Transitraum funktioniert. Mit solcherlei Assoziationen spielend haben sich sonach acht individuell arbeitende Künstlerinnen und Künstler auf Spurensuche begeben und  &#8211; dabei oft mit einzelnen Menschen, Gruppen oder Einrichtungen im Sektor kooperierend &#8211;  ein fundiertes, komplexes Bild des lebendigen urbanen Soziotops gezeichnet. (Auf unionviertel.de/westpassage sind exemplarische Arbeiten in Wort und Bild dokumentiert.)</p>
<p>Das Unionviertel ist dicht besiedelt und zeichnet sich durch eine bunte Einwohnerschaft aus. Hinsichtlich seiner räumlichen Ausdehnung ist es ein überschaubares Quartier. Die Aktivität der Gruppe erstreckte sich über mehrere Monate, hatte mit Interviews, Porträtfotografie und Gruppenarbeiten teils notwendig kooperativen Charakter und blieb den Anwohnern selbstredend nicht verborgen. Auch deswegen nicht, weil mit Institutionen wie beispielsweise dem Haus der Vielfalt oder dem Adler-Kiosk wichtige Multiplikatoren einbezogen waren. Zur Vernissage fand sich somit nicht nur die erwartbare Kulturszene ein, zu den Besuchern zählten viele Menschen, die sonst als wenig kunstaffin gelten. Die Künstlerin Silvia Liebig schätzt, dass etwa ein Drittel aller Leute, die in welcher Form auch immer am Entstehungsprozess einzelner Arbeiten beteiligt waren, der Einladung auf den Union Gewerbehof folgten – trotz wichtigem Fußball-Länderspiel am selben Abend.</p>
<p>„Eine gute Resonanz trifft aber nicht nur für die Eröffnung zu“, meint der Fotograf Daniel Sadrowski. „Schon im Vorfeld der eigentlichen Ausstellung sind Jungs gekommen, die parallel bei Stephanie Brysch (ihre partizipative Arbeit trägt den Titel „Stadt-Garten“) mitgemacht haben. Es gab Delegationen aus dem Haus der Vielfalt. Ein Verein aus der tamilischen Community ist gekommen. Die Leute waren neugierig, wie ihr Viertel dargestellt wird. Es hat eine außergewöhnliche, intensive Auseinandersetzung stattgefunden. Wir haben dabei Feedback zu unseren eigenen Arbeiten erhalten und auch zu denen der Künstlerkollegen.“ „Weil es zahlreiche Zugänge und Anknüpfungspunkte gab“, ergänzt Liebig. „Durch die Verschiedenartigkeit der Arbeiten hatten wir natürlich ein sehr breites Spektrum im Publikum. Kindergartenkinder, Frauengruppen, die ehemaligen Arbeiter der HSP (Hoesch Spundwand und Profil GmbH). Viele haben die Ausstellung besucht, um zu sehen, was andere Viertelbewohner gemacht haben. Die meisten hatten das Gefühl, dazu beigetragen zu haben, dass es die Ausstellung überhaupt gibt.“</p>
<p>Die Verbundenheit mit dem Stadtteil ist im Unionviertel generell hoch. Ein Projekt wie die „Westpassage“ hilft, gesellschaftliche Gruppen übergreifend diesen Gemeinschaftsgeist weiter zu stärken. Es mag sich banal anhören, ist es aber ganz entschieden nicht: jeder kann, angestoßen durch adäquate Initiativen, sich selbst und seine Umgebung besser kennen und verstehen lernen.</p>
<p>Die benötigen Rückendeckung. Wie bei der „Westpassage“. Entscheidend für die Qualität der entstandenen Arbeiten und, davon abhängend, die insgesamt positive Außenwirkung war nicht zuletzt die finanzielle Unterstützung. „Damit war ein Freiraum gegeben, der absolut inspirierend war“, erklärt Liebig. „Er hat geholfen, dass ich mich konzentriert meinem Thema widmen konnte. Ich lebe und arbeite im Unionviertel, aber jetzt hatte ich die Möglichkeit, Einblicke ins Quartier und das Leben der Leute vor Ort zu bekommen, die ich sonst nie gehabt hätte. Während der Arbeit ist mir bewusst geworden, wie das Projekt selbst zur Netzwerkbildung beiträgt. Ich vergleiche das gern mit einem Pilz. Oben ist die Spitze sichtbar und unterhalb bilden sich komplexe Strukturen heraus. Diese vervielfältigen sich nach entsprechenden Anreizen und werden noch verzweigter.“ Über die Ausstellung hinaus, nebst dem begleitenden Katalog als konkret sichtbare Ergebnisse, konnte die „Westpassage“ also unterstreichen, dass gezielte Kulturförderung ein nicht zu unterschätzender, weil effektiv und langfristig wirkender Hebel zur Unterstützung gesellschaftlicher Prozesse sein kann.</p>
<p>Auch Monate nach der Vernissage ist weiterhin Euphorie spürbar – wobei ein Wermutstropfen freilich nicht zu leugnen ist. Die „Westpassage“ erfüllt sämtliche Anforderungen, die von offizieller Seite gern mit einem solchen Projekt verknüpft werden: eine Initiative „von unten“, aus einem Stadtviertel gewachsen, auf lokalen Gegebenheiten basierend, von hoher sozialer Tragweite. Der Union Gewerbehof ist Impulsgeber und treibende Kraft für die kreative Szene im Viertel und von daher als Veranstaltungsort geeignet. Künstler und Publikum hätten sich dennoch gefreut, wären die Arbeiten im „U“ präsentiert worden.</p>
<p>Zudem konnte aus Platzgründen am Hof letztlich nur ein Bruchteil der entstandenen Arbeiten gezeigt werden. Das ist bedauerlich. Doch vielleicht hält die Zukunft Optionen bereit &#8211; für besagte ungesehene Werke oder aber im Rahmen eines Folgeprojekts. Die Gruppe treibt es jetzt zu neuen Ufern. „Eine Passage ist ja nicht immer einfach“, sagt Sadrowski. „Es gibt Schwierigkeiten und Klippen zu umschiffen. Das haben wir gemeistert. Wir haben uns freiwillig zusammengetan, wir sind, einiger Krisen zum Trotz, die ganze Zeit über zusammengeblieben. Wir haben uns untereinander besser kennengelernt, haben erkannt, dass man als Gruppe stärker ist und im Endeffekt ein facettenreicheres Ergebnis liefern kann.“</p>
<p>Es gab bereits Treffen, zu überlegen, wie und unter welchen Bedingungen eine Fortsetzung vorstellbar wäre. Lust, Energie und Ideen sind vorhanden.</p>
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		<item>
		<title>Neu und Konter</title>
		<link>https://www.unionviertel.de/neu-und-konter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank van Lieshaut]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 May 2017 12:12:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[KREATIVES QUARTIER]]></category>
		<category><![CDATA[Design]]></category>
		<category><![CDATA[Grafik]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[unionviertel.kreativ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Netzwerken wird dieser Tage groß geschrieben, ob privat oder beruflich. In allen größeren Städten weltweit sprießen Networkingevents aus dem Boden. Digital wird der Gedanke von Plattformen à la Xing und LinkedIn aufgenommen. Ein essentieller Bestandteil des Erfolgs scheint also das Netzwerk zu sein. Doch stimmt das? Hat derjenige Erfolg, der am besten netzwerkt? Jan W.: ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Netzwerken wird dieser Tage groß geschrieben, ob privat oder beruflich. In allen größeren Städten weltweit sprießen Networkingevents aus dem Boden. Digital wird der Gedanke von Plattformen à la Xing und LinkedIn aufgenommen. Ein essentieller Bestandteil des Erfolgs scheint also das Netzwerk zu sein. Doch stimmt das? Hat derjenige Erfolg, der am besten netzwerkt? </strong></p>
<p><strong>Jan W.:</strong> Wagner-van der Straten und Daniel B. Buchholz vom Gestaltungsbüro Neu und Michelle F. Flunger sowie Sascha S. Schilling von Konter suchen im Interview die Antwort und sprechen über ihr Netzwerk, ob es wichtig für sie ist und wo sie Unterschiede zu anderen sehen.</p>
<p><a href="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2017/03/1090152_kweb-SW.jpg"><br />
</a><br />
<strong>Wie habt ihr euch kennengelernt? </strong></p>
<p><strong>Daniel B.:</strong> Wir haben euch kennengelernt, als ihr unser Sofa abgeholt habt.<br />
<strong>Michelle F.:</strong> Stimmt. Das ist der Netzwerkgedanke schlechthin.<br />
<strong>Jan W.:</strong> Kurz zur Erklärung. Als Sascha S. und Michelle F. damals mit Für Hier (Anm. d. Red. Für Hier ist eine interkulturelle Veranstaltungsreihe in Dortmund) starteten, brauchten sie noch ein paar Dinge für die Veranstaltung. Unter anderem ein Sofa und da wir ein schönes Sofa haben…<br />
<strong>Sascha S.:</strong> Ihr habt sogar erst angeboten, die Flyer und Plakate zu bezahlen, die hat allerdings schon Koeperherfurth bezahlt. Da habt ihr als Neu das Sofa gesponsert, was wir dann ganz netzwerkmäßig mit dem Transporter des Adler59s abgeholt haben. (lacht)<br />
<strong>Jan W.:</strong> Der zweite Kontakt war dann, als du gefragt hast, ob jemand helfen kann das Sofa wieder hochzutragen. (lacht)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das ist ein produktives Beispiel, aber was bedeutet Netzwerken in Dortmund?</strong></p>
<p><strong>Sascha S.:</strong> Ich glaube, zu netzwerken in Dortmund, bedeutet &#8211; genau wie alles andere in Dortmund –zu reden und Bier.<br />
<strong>Daniel B.:</strong> Das ist ein kleines Designerdorf hier. Man geht zu Veranstaltung, trinkt ein Bier zusammen, kommt ins Gespräch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Gibt es Unterschiede zwischen dem Ruhrgebietsnetzwerk und dem in anderen Städten?</strong></p>
<p><strong>Sascha S.:</strong> Ich glaube, Dortmund ist ziemlich gebündelt. Was Berlin über die ganze Stadt verteilt hat, ist in Dortmund gefühlt um den Hohen Wall. Wir sind im Vergleich zu München, Hamburg und Berlin die kleinste Stadt. Dort sind eher Viertel bezogene Szenen.<br />
<strong>Jan W.:</strong> Im Vergleich zu anderen Städten, sind die Leute hier nicht auf Konfrontation aus oder haben Angst, dass man sich gegenseitig die Jobs wegnimmt.<br />
<strong>Sascha S.:</strong> Als wir in Hamburg waren, ist mir auch aufgefallen, dass die Menschen hier in der Szene netter zueinander sind. Dort funktioniert das alles nur über Namedropping. Vielleicht nehmen wir uns aber auch einfach nicht so ernst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das klingt als sei das Netzwerk ein Designer internes? </strong></p>
<p><strong>Daniel B.:</strong> Nein, es gibt natürlich auch ein Netzwerk zu den kulturellen Einrichtungen.<br />
<strong>Sascha S.:</strong> Silvia Beckmann beispielsweise (Anm. d. Red. Silvia Beckmann ist die Projektleitung der InWest eG) gehört auch zum Netzwerk.<br />
<strong>Michelle F.:</strong> Ansonsten hätten wir auch etwas falsch gemacht.<br />
<strong>Sascha S.:</strong> Eben. Das Netzwerk ist dafür da, um Jobs zu generieren. Von Neu oder einer anderen Agentur bekomme ich keine Jobs.<br />
<strong>Jan W.:</strong> Nein, aber zum Beispiel haben wir uns schon mal mit einer anderen Agentur aus Dortmund zusammengetan, um bei einer Ausschreibung teilzunehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>In wie weit zerrt ihr von diesem Netzwerk?</strong></p>
<p><strong>Daniel B.:</strong> Ich finde es für ein junges Designbüro essenziell, dass man seine Schnauze auf Veranstaltungen zeigt.<br />
<strong>Sascha S.:</strong> Ich finde nicht, dass es nur für junge Büros essentiell ist. Ich weiß von älteren Agenturen, die hier niemand kennt. Ab und zu mal sehen lassen, wenn auch nicht in einem Netzwerkrahmen, ist schon wichtig.<br />
<strong>Jan W.:</strong> Ja aber warum? Was bringt das? &#8211; Wenn wir eine Texterin brauchen, dann können wir im Netzwerk nachfragen und werden dann vermittelt. Konter ist ähnlich aufgestellt wie wir und arbeitet je nach Projekt wahrscheinlich auch mit Dienstleistern wie Programmierern zusammen. Die muss man auch erst mal kennenlernen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Werden dadurch denn Jobs generiert oder Projekte umgesetzt?</strong></p>
<p><strong>Sascha S.:</strong> ich würde es eher als Zusammenarbeit bezeichnen. Sei es mit Programmierern oder Illustratoren.<br />
<strong>Jan W.:</strong> Es gibt Netzwerktreffen, finde aber ich extrem anstrengend. Wir haben gemerkt, dass wir Businesstalk weder können, noch wollen. Bei uns kommt es da mittlerweile eher auf Sympathie an. Wir wollen am liebsten nur mit Menschen zusammenarbeiten, mit denen wir uns auch abseits von der Arbeit gut verstehen.<br />
Wird dadurch die Sympathie wichtiger und das Netzwerk untergräbt die Qualität der Arbeit?<br />
<strong>Daniel B.:</strong> Ich glaube, das muss schon im Einklang sein.<br />
<strong>Jan W.:</strong> Es bringt dir nichts der netteste Mensch der Welt zu sein, wenn deine Arbeiten schlecht sind.</p>
<p><a href="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2017/03/1090152_kweb-SW.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-4417 size-medium" src="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2017/03/1090152_kweb-SW-960x721.jpg" alt="" width="960" height="721" srcset="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2017/03/1090152_kweb-SW-960x721.jpg 960w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2017/03/1090152_kweb-SW-768x577.jpg 768w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2017/03/1090152_kweb-SW-1240x931.jpg 1240w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2017/03/1090152_kweb-SW.jpg 1280w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /></a></p>
<p><strong>Sollten Synergien mehr genutzt werden?</strong></p>
<p><strong>Sascha S.:</strong> Das liegt doch an den Menschen selber, ob sie das wollen oder nicht.<br />
<strong>Michelle F.</strong>: Ich glaube, manchmal liegt es an einer Art Stolz – zumindest hier. Du sitzt dann am Schreibtisch und denkst, dass du ein Projekt auch einfach alleine umsetzen kannst.<br />
<strong>Jan W.:</strong> Dazu kommt oftmals noch das Budget. Davon ab würde ich mir wünschen, dass ich mal mehr alte Hasen auf Veranstaltungen sehen würde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ist dieses Netzwerk für eure Arbeit essentiell? </strong></p>
<p><strong>Michelle F.:</strong> Für Hier ist genau aus dem Gedanken entstanden. Aus dem Studium heraus ein Netzwerk zu generieren, was nicht ausschließlich aus Studierenden besteht. Das hat gut funktioniert. Wir haben Neu darüber kennen gelernt, Rainer Holl haben wir darüber kennengelernt. Dich haben wir darüber kennengelernt. Das sind alles Dinge, die natürlich wichtig sind. Es bringt ja nichts, wenn du in Dortmund studiert hast und willst irgendwo arbeiten willst, aber kennst nur Studenten. Ein Student gibt dir keinen Job. Ein Student kann dir in der Regel keinen ausgereiften Text schreiben oder eine ausgefeilte Illustration liefern. Das war der Gedanke dahinter. Nicht man muss uns kennen, sondern wir müssen Leute kennenlernen. Deswegen muss ich auch nicht zu diesen Veranstaltungen gehen, über denen Netzwerk steht.<br />
<strong>Jan W.:</strong> Wir als Nicht-Dortmunder sind hier hingekommen und ohne Marc Röbbecke und Reinhild Kuhn von Heimatdesign, die immer wieder sagten, „geht zu der Veranstaltung und der Veranstaltung“, hätten wir überhaupt nicht verstanden, wie das funktioniert. Auch wenn daraus nicht direkt ein Job entsteht, ist es gut, die Leute kennenzulernen. Marc und Reinhild sind, glaube ich, für viele eine Anlaufstelle bei Unklarheiten, die immer recht objektiv vermitteln kann. Dadurch haben wir auch ganz schnell dieses Konkurrenzdenken verloren.<br />
<strong>Sascha S.:</strong> Das waren auch die ersten, die wir angeschrieben haben, bevor wir mit Für Hier angefangen haben. Danach haben wir das ganze Konzept umgeschrieben und die zweite Veranstaltung war dann bei Heimatdesign.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Seht ihr das Netzwerk nur in Bezug auf Dortmund oder das Ruhrgebiet?</strong></p>
<p><strong>Jan W.:</strong> Wer in Dortmund arbeitet und wohnt, macht natürlich hier auch mehr nach der Arbeit. Wir kennen zwar auch Büros in Essen, aber das hat andere Gründe. Mit denen sind wir zur Schule gegangen oder haben mit ihnen studiert. Das Netzwerk, mit dem man am meisten zu tun hat, ist meistens in einer Stadt.<br />
<strong>Michelle F.:</strong> Wenn wir mit anderen Menschen korrespondieren, sind die meist in Berlin.<br />
<strong>Sascha S.:</strong> Viele sind irgendwann nach Berlin gezogen. Wären sie nach Essen gezogen, wären die Kontakte in Essen. Dieses Ruhrmetropolendenken habe ich persönlich nicht.<br />
<strong>Daniel B.:</strong> Das gibt es in der Form auch nicht. Jede Stadt kocht ihr eigenes Süppchen. Es hat zwei Jahre gedauert, bis wir den ersten Job aus einer anderen Stadt hatten.<br />
Liegt es daran, dass die Städte ihre ansässigen Designer unterstützen wollen?<br />
<strong>Sascha S.:</strong> Guck dir die großen Jobs an. Das Schauspielhaus und das Konzerthaus vergeben all ihre Jobs an alteingesessene Agenturen außerhalb des Ruhrgebiets. Da kannst du nicht davon sprechen, dass die städtischen Institutionen die lokalen Büros unterstützen wollen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Seht ihr Nachteile bei der Netzwerkarbeit? </strong></p>
<p><strong>Daniel B.:</strong> Nein. Das kann man eigentlich nicht genug machen und wir machen es noch viel zu wenig. Allerdings sind wir auch nie solche Get-together Leute gewesen.<br />
<strong>Jan W.:</strong> Es ist nicht meine Art und Weise, krampfhaft Kontakte abzugreifen.<br />
<strong>Daniel B.:</strong> Aber die Leute haben damit Erfolg.<br />
<strong>Sascha S.:</strong> Haben sie das? Ich könnte es jetzt nicht belegen, dass ich von jemand weiß, der jede Woche auf so eine Veranstaltung geht und damit Erfolg hat.<br />
<strong>Jan W.:</strong> Sie verkaufen es eher nach außen so, als hätten sie da Erfolg mit. Ich weiß es nicht.<br />
<strong>Daniel B.:</strong> Da muss jeder seinen eigenen Stil dabei finden. Ich weiß nicht, ob unser Weg der beste ist.<br />
<strong>Sascha S.:</strong> Die Kontakte sind wichtig, aber ich weiß nicht, ob man sie unbedingt durch offizielle Netzwerktreffen generieren muss.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Studio Konter</strong><br />
Michelle Flunkre und Sascha Schilling<br />
Heinrichstraße 21<br />
44137 Dortmund</p>
<p><a href="mailto:hallo@studiokonter.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hallo@studiokonter.de</a><br />
<a href="http://studiokonter.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.studiokonter.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Neu &#8211; Designbüro</strong><br />
Daniel Buchholz und Jan Wagner &#8211; van der Stratten<br />
Hoher Wall 22<br />
44137 Dortmund</p>
<p><a href="mailto:hallo@buero-neu.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hallo@buero-neu.de</a><br />
<a href="http://www.neu-designbuero.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.neu-designbuero.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Interview: Jan Kempinski</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zwischenraum</title>
		<link>https://www.unionviertel.de/zwischenraum-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank van Lieshaut]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2016 12:11:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[KREATIVES QUARTIER]]></category>
		<category><![CDATA[KULTUR UND AUSGEHEN]]></category>
		<category><![CDATA[Impulsprojekt]]></category>
		<category><![CDATA[InWest]]></category>
		<category><![CDATA[unionviertel.kreativ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unter dem Titel „Zwischenraum“ fand Ende Oktober 2015 in Etage sechs des Dortmunder „U“ eine Gruppenausstellung statt. Programmatisch war deren Name in mehrfacher Hinsicht. Thomas Weiß, Referent in den Kulturbetrieben Dortmund, hat das zugrundeliegende Konzept mit erarbeitet. Er freut sich über den Erfolg der Ausstellung und kann vor diesem Hintergrund den Beginn einer längerfristige Reihe ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem Titel „Zwischenraum“ fand Ende Oktober 2015 in Etage sechs des Dortmunder „U“ eine Gruppenausstellung statt. Programmatisch war deren Name in mehrfacher Hinsicht. Thomas Weiß, Referent in den Kulturbetrieben Dortmund, hat das zugrundeliegende Konzept mit erarbeitet. Er freut sich über den Erfolg der Ausstellung und kann vor diesem Hintergrund den Beginn einer längerfristige Reihe ankündigen.</p>
<p>Im ersten „Zwischenraum“ präsentierten sich fünf &#8211;  im weitesten Sinn des Wortes &#8211;  Galeriebetriebe aus dem Union-Viertel: Galerie 143, Heimatdesign, Projektraum Fotografie, Salon Atelier und die Streetart Gallery. Eine Art Leistungsschau des Quartiers, geeignet, Vielseitigkeit und Niveau der ansässigen Szene zu unterstreichen. „Mir war es lieb, dass das Union-Viertel den Erstaufschlag machte“, sagt Thomas Weiß. „Das ließ sich der Bevölkerung gegenüber gut begründen und es war hinsichtlich der vielen anderen Kreativen in der Stadt vertretbar. In den kommenden Jahren werden wir die Zwischenräume natürlich auch für andere öffnen.“</p>

<a href='https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/11/1510_rb_Zwischenraum_web_15.jpg'><img decoding="async" width="400" height="400" src="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/11/1510_rb_Zwischenraum_web_15-400x400.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" /></a>
<a href='https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/11/1510_rb_Zwischenraum_web_08.jpg'><img decoding="async" width="400" height="400" src="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/11/1510_rb_Zwischenraum_web_08-400x400.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" /></a>
<a href='https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/11/1510_rb_Zwischenraum_web_14.jpg'><img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="400" src="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/11/1510_rb_Zwischenraum_web_14-400x400.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" /></a>

<p>Im Jahresprogramm des „U“ ist der „Zwischenraum“ einerseits ein kleines Projekt, andererseits aber ein Puzzlestück, anhand dessen man das Selbstverständnis des Zentrums für Kunst und Kreativität gut erklären kann. Thomas Weiß blickt zurück. Er erinnert an erste Impulse, nachzudenken, das brachliegende Brauereigebäude in ein Museum mit Oberzentrumscharakter zu verwandeln und an die Möglichkeit, die sich dann im Zuge der Kulturhauptstadt ergeben sollte, diesen Weg, mit geänderten Vorgaben zwar, aber tatsächlich zu beschreiten. Er stellt heraus, dass hier nicht nur Kunstsammlungen der Stadt ein neues Zuhause gefunden haben, sondern dass man die Kreativwirtschaft als Motor des industriellen Wandels bewusst mit ins Boot geholt habe. „Unser „U“ darf kein abgehobener Kasten sein, sondern ein lebendiger Ort, den die Leute gern und gern wieder besuchen. Es steht der Bevölkerung zur Verfügung. Es öffnet seine Räume für die Kreativen wie für die Bürger. Und da ist es immer schlimm, wenn Bereiche geschlossen sind, weil umgebaut wird.“ In diesem Zusammenhang fällt der sechsten Etage eine besondere Bedeutung zu. Sie ist konzipiert als Wechselausstellungsfläche. Im Rahmen der Programmkonferenzen im „U“ wird die kuratorische Verantwortung an die unterschiedlichen Spieler im Haus übergeben. Eine Ausstellung wie zum Beispiel „Dortmunder Neu Gold“ läuft über ein knappes halbes Jahr, andere werden für kürzere Zeiträume projektiert. Doch mit jedem Wechsel ändert sich notgedrungen die Ausstellungsarchitektur.</p>
<p>„Ich habe seitens der Geschäftsführung der Kulturbetriebe als gleichzeitigem kommissarischen Leiter des „U“ den Auftrag bekommen, die Zahl der Tage mit nicht genutzter Fläche zu verringern, ohne dass es viel kostet. Unsere Idee war, die vorhandene Architektur einer großen Ausstellung innerhalb der Umbauzeit für etwas Kleineres zu nutzen. Als Spielfeld für die Kreativen aus der Stadt. Ohne viel Aufwand. Nach dem Motto: `wir stellen euch den Raum zur Verfügung und ihr füllt ihn mit Programm und Leben´. Ein Zwischenraum.“ Die ersten diesbezüglichen Gespräche fanden im April 2015 statt, auf der Tagesordnung stand die grundsätzliche Planung eines Wochenendes im Herbst. Drei Tage. Für Außenstehende mag das nach Kinderspiel klingen. In einem komplexen Apparat wie dem „U“, inklusive Beteiligung diverser städtischer Verwaltungseinheiten, stellte das Pilotprojekt eine nicht unbeträchtliche Herausforderung dar. Als im Sommer die Voraussetzungen im Haus geschaffen waren, begann der Dialog mit der freien Szene. Die tickt anders und spricht eine andere Sprache. Es hätte schiefgehen können. Tat es aber nicht. Thomas Weiß kann von konstruktiver Zusammenarbeit und dem kooperativen Tonfall berichten, der während der gesamten Vorbereitungszeit herrschte. „Zu meiner wahnsinnigen Freude haben sich nahezu alle mit Begeisterung eingebracht. Mein persönlicher Höhepunkte war, dass der Technische Dienst wenige Wochen vor der Eröffnung in Aussicht stellte, es wäre von seiner Seite aus denkbar, die Laufzeit der Ausstellung auf eine Woche zu verlängern, also zu verdoppeln. Das stand in einer kurzen E-Mail. Kein Bohei, einfach so. Auf eigene Initiative hin haben die ihre Arbeitsabläufe entsprechend umorganisiert. Ich hätte das vorher nie erwartet. Und was die eigentliche Ausstellung betrifft: ich bin ja kein Kurator. Ich habe keine Ahnung von professioneller Hängung. Der Kontakt in die Szene lief über Simone Czech und die Neue Kolonie West. Das hat einfach hervorragend funktioniert. Im Ergebnis hatten wir eine wunderbare Ausstellung mit einem beachtlichen Rahmenprogramm. Es war ein Spaß für alle Beteiligten. Die Besucherzahlen stimmten auch. Das Format ist im Haus gesichert. Die ersten Gespräche für 2016 laufen bereits. Ich möchte jetzt nicht vorgreifen, aber es ist gut möglich, dass das dann ein ganz anderer „Zwischenraum“ wird. Und ich freue mich bereits jetzt.“</p>
<p>Die erste Veranstaltung &#8222;Zwischenraum&#8220; &#8211; eine Kooperation des Dortmunder U mit der InWest ist eines der Impulsprojekte, die im Rahmen von Unionviertel.Kreativ im Jahr 2015 umgesetzt wurden.<br />
Während der einwöchigen Ausstellungsdauer, gab es einen regen Austausch zwischen den zahlreichen Besuchern, den Teilnehmern und den Ausstellungsmachern. Führungen durch die Ausstellung im Dortmunder U und das Viertel, manche geplant, manche spontan, zeigten Interessierten Besuchern, was es im Unionviertel schon jetzt alles entdecken gibt.<br />
Auch Studenten der Kunstakademie Münster besuchten im Vorfeld ihrer Teilnahme bei „Emscherkunst“ &#8211; einer großen Ausstellung im öffentlichen Raum im Sommer 2016 &#8211; die Ausstellung. Eingeladen dazu hatte „Salon Atelier“ – einer der Projekträume aus dem Viertel &#8211; auch, weil Künstler des &#8222;Salon Ateliers&#8220;, selbst im Rahmen von &#8222;Emscherkunst&#8220; aktiv werden. Die Kunststudenten aus Münster hatten die Möglichkeit, künstlerische Positionen und mögliche Kooperationspartner kennenzulernen, die in ihrem zukünftigen Projektumfeld leben, arbeiten und ausstellen.<br />
Man darf schon jetzt gespannt auf die Umsetzung der künstlerischen Arbeiten sein, die im kommenden Sommer das Stadtbild bereichern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Text: Wolfgang Kienast</p>
<p>Foto: Daniel Sadrowski</p>
<p>Oktober 2015</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.unionviertel.de/zwischenraum-2/">Zwischenraum</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.unionviertel.de">Unionviertel</a>.</p>
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