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	<title>SOZIALES Archive - Unionviertel</title>
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	<title>SOZIALES Archive - Unionviertel</title>
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		<title>WAR SMART RHINO EINE LUFTBLASE?</title>
		<link>https://www.unionviertel.de/war-smart-rhino-eine-luftblase/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Silvia Beckmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 May 2024 11:32:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[AKTUELLES]]></category>
		<category><![CDATA[GESCHICHTE DES VIERTELS]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>DIE NACHBARSCHAFT STELLT FRAGEN ZUR ENTWICKLUNG DES EHEMALIGEN HSP-AREALS IM DORTMUNDER WESTEN Genau eine Woche ist es her, dass die Thelen Gruppe, Eigentümerin des Grundstücks, mit dem Abriss des ehemaligen Emscherschlösschens begonnen hat. Die Vernichtung von Baukultur und Identität durch die fehlende Sicherung in den letzten Jahren und nun für immer durch den Abriss, ist ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>DIE NACHBARSCHAFT STELLT FRAGEN ZUR ENTWICKLUNG DES EHEMALIGEN HSP-AREALS IM DORTMUNDER WESTEN</p>
<p>Genau eine Woche ist es her, dass die Thelen Gruppe, Eigentümerin des Grundstücks, mit dem Abriss des ehemaligen Emscherschlösschens begonnen hat. Die Vernichtung von Baukultur und Identität durch die fehlende Sicherung in den letzten Jahren und nun für immer durch den Abriss, ist für die Nachbarschaft schwer zu ertragen. Es gab mit der Rahmenplanung und der Machbarkeitsstudie der Thelen Gruppe, die durch den Dortmunder Stadtrat und die örtliche Bezirksvertretung beschlossen wurde, eine gemeinsame Vereinbarung für die zukünftige Entwicklung des Areals. In der Mitte, und Kern der infrastrukturellen Entwicklung: Das umgenutzte Emscherschlösschen. Sind die Pläne nun nichts mehr wert? Was passiert mit dem Gelände?</p>
<p>Die Thelen Gruppe hat allen Nutzenden gekündigt, wie den Schraubern in den Garagen der Feldherrnhalle und den Bewohner:innen des Stellwerks, und hat Angebote aus der Nachbarschaft zur Sicherung oder Nutzung der ehemaligen Kantine – unmittelbare Nachbarschaft zum Quartier – abgelehnt. Folglich gab es keine soziale Kontrolle auf dem Gelände. Daher gab es mehrere Brände, Vandalismus und Schäden durch Witterung. Wir in der Nachbarschaft schauen jeden Tag auf das Gelände und die Altbauten und versuchen uns als nachbarschaftlicher Zusammenschluss NEUE WERK UNION seit 8 Jahren um den Leerstand zu kümmern und die Nachbarschaft über aktuelle Planungen zu informieren. Die Zustände sind unhaltbar.</p>
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<p>Jetzt ist uns aber endgültig der Kragen geplatzt. Denkmalwürdige Gebäude werden abgerissen, da sie über Jahre zu Schrott verkommen lassen wurden. Die fehlende Sicherung ist eine aktive Handlung, die wir stark kritisieren und dies seit Jahren den wechselnden Projektleitungen mitteilen und Angebote machen, zu unterstützen.</p>
<p>Wie geht es nun weiter mit der Entwicklung des Geländes? Sind Machbarkeitsstudie und Rahmenplanung nicht mehr gültig? Warum hat die Thelen Gruppe einen kleinen Teil ihres Grundstücks nicht an das Land verkauft, um die Entwicklung des Quartiers voranzutreiben?</p>
<p>Auch das Verwaltungsgebäude der Union (später HOESCH) zerfällt. Seitdem der Hausmeister weg ist, ziehen Vandalen ein und zerstören das Haus. Seit 3 Wochen prangt auf der Westseite ein großes Loch im Haus. Was passiert mit diesem stadthistorisch wichtigen Gebäude?</p>
<p>Nachdem der Stadtumbau Rheinische Straße nicht bei uns angekommen ist, der Umbau der Rheinischen Straße in den Sternen steht (mehrmals wurden bereits bewilligte Fördermittel nicht abgerufen) und nun auch die Entwicklung des ehemaligen Stahlwerks nicht vorankommt, denken wir, dass hier was super schiefläuft und fragen uns warum!</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-6925" src="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2024/05/photo_2024-05-22_09-42-48-960x640.jpg" alt="" width="960" height="640" srcset="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2024/05/photo_2024-05-22_09-42-48-960x640.jpg 960w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2024/05/photo_2024-05-22_09-42-48-1240x826.jpg 1240w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2024/05/photo_2024-05-22_09-42-48-768x512.jpg 768w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2024/05/photo_2024-05-22_09-42-48.jpg 1280w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /></p>
<p>Wir werden nun selber tätig und werden mit all unseren Kräften die alte Walzendreherei retten! Sie ist das Bindeglied zwischen bisheriger Umnutzung des ehemaligen Stahlwerks (heute Union Gewerbehof) und der neuen Nutzung und hat eine große Bedeutung in der Nachbarschaft.</p>
<p>WAS BLEIBT IST DIE ZUKUNFT!</p>
<p>Ansprechpartner: Frank Passon, <a href="mailto:union-dortmund@email.de">union-dortmund@email.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Unverpackt: Frau Lose in der Rheinischen Straße</title>
		<link>https://www.unionviertel.de/unverpackt-frau-lose-eroeffnet-2019-in-der-rheinischen-strasse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Svenja Noltemeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Dec 2019 10:20:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[AKTUELLES]]></category>
		<category><![CDATA[ANSIEDLUNG UND ENTWICKLUNG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das sechs-köpfige Team von Frau Lose setzt auf solidarisches Miteinander: 80 % der Ladeneinrichtung sind 2nd hand, 50% der Einrichtung sind gespendet. Einkaufen kannst du Reis, Nudeln, Öl, Geschirrspülmittel u.v.m. &#8211; alles plastikfrei. Bei Workshops im Laden lernst du z.B. Waschmittel, Abschminkpads oder Deo selbst zu machen. In der Kuchen-Ecke und bei Diskussionsveranstaltungen entwickeln wir ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das sechs-köpfige Team von Frau Lose setzt auf solidarisches Miteinander: 80 % der Ladeneinrichtung sind 2nd hand, 50% der Einrichtung sind gespendet. Einkaufen kannst du Reis, Nudeln, Öl, Geschirrspülmittel u.v.m. &#8211; alles plastikfrei. Bei Workshops im Laden lernst du z.B. Waschmittel, Abschminkpads oder Deo selbst zu machen. In der Kuchen-Ecke und bei Diskussionsveranstaltungen entwickeln wir gemeinsam neue Ideen unseren Alltag nachhaltig und fair zu gestalten.</p>
<p><strong>Öffnungszeiten</strong><br />
Mo, Di, Do, Fr: 10:30-19:30<br />
Sa: 10:30 – 17:30<br />
Mi: geschlossen</p>
<p><strong>Adresse</strong>: Rheinische Str. 24, 44137 Dortmund</p>
<p>Kontakt: info@frau-lose.de<br />
Website: <a href="http://www.frau-lose.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.frau-lose.de</a></p>
<p><a href="https://ev.frau-lose.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link zu weiteren Informationen zu aktuellen Workshopangeboten</a></p>
<p><a href="https://frau-lose.de/rheinische-strasse-24" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Info-Link zur Entstehung von Frau Lose</a></p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-6166" src="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC03892-1240x827.jpg" alt="" width="660" height="440" srcset="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC03892-1240x827.jpg 1240w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC03892-960x640.jpg 960w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC03892-768x512.jpg 768w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC03892-1536x1025.jpg 1536w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC03892.jpg 2048w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-6168" src="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC03781-1240x827.jpg" alt="" width="660" height="440" srcset="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC03781-1240x827.jpg 1240w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC03781-960x640.jpg 960w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC03781-768x512.jpg 768w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC03781-1536x1025.jpg 1536w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC03781.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px" /></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-6169" src="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC04014-1240x827.jpg" alt="" width="660" height="440" srcset="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC04014-1240x827.jpg 1240w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC04014-960x640.jpg 960w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC04014-768x512.jpg 768w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC04014-1536x1025.jpg 1536w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Frau-Lose-Eröffnung-DSC04014.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px" /></p>
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		<item>
		<title>Labor für urbane Zukunftsfragen und Innnovation</title>
		<link>https://www.unionviertel.de/labor-fuer-urbane-zukunftsfragen-und-innnovation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Svenja Noltemeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Dec 2019 10:32:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Im Labor für urbane Zukunftsfragen und Innovation, kurz LUZI, wird in einem kreativen Umfeld untersucht, wie und mit welchen Zielgruppen ein dezentraler Maker Space nachhaltig funktionieren kann. Dabei möchte das Forschungsteam, bestehend aus Union Gewerbehof, die Urbanisten und Fraunhofer UMSICHT, herausfinden, welche Bedingungen es braucht, um soziale, ökologische und kreative Ideen in unternehmerisches Handeln zu ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Labor für urbane Zukunftsfragen und Innovation, kurz LUZI, wird in einem kreativen Umfeld untersucht, wie und mit welchen Zielgruppen ein dezentraler Maker Space nachhaltig funktionieren kann. Dabei möchte das Forschungsteam, bestehend aus Union Gewerbehof, die Urbanisten und Fraunhofer UMSICHT, herausfinden, welche Bedingungen es braucht, um soziale, ökologische und kreative Ideen in unternehmerisches Handeln zu überführen, um materielle und immaterielle Güter kooperativ vor Ort herzustellen.</p>
<p>Das Forschungsprojekt ist als Reallabor konzipiert. Im Dortmunder Union Gewerbehof, der Dezentrale und weiteren Orten im Quartier entsteht ein Netzwerk, das Technik und Wissen der ansässigen Unternehmen und Institutionen mit Ideen und Bedarfen der Menschen vor Ort verknüpft. Durch wechselseitigen Austausch und die Möglichkeit zum Experimentieren können so technische und soziale Innovationen entstehen und Antworten auf Zukunftsfragen gemeinschaftlich gefunden werden. Darüber hinaus soll Wissen geschaffen werden, um Empfehlungen zum Aufbau von Offenen Laboren an anderen Orten zu geben.</p>
<p>Das Vorhaben wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.</p>
<p>Infos unter: <a href="https://www.luzi.ruhr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">luzi.ruhr</a></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-6197" src="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/EFRE.png" alt="" width="469" height="107" /></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-6198" src="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Ziel2NRW_RGB_1809_jpg-1240x204.jpg" alt="" width="660" height="109" srcset="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Ziel2NRW_RGB_1809_jpg-1240x204.jpg 1240w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Ziel2NRW_RGB_1809_jpg-960x158.jpg 960w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Ziel2NRW_RGB_1809_jpg-768x126.jpg 768w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Ziel2NRW_RGB_1809_jpg-1536x253.jpg 1536w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2019/12/Ziel2NRW_RGB_1809_jpg.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px" /></p>
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		<item>
		<title>AG Zwischennutzung</title>
		<link>https://www.unionviertel.de/ag-zwischennutzung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Svenja Noltemeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Apr 2019 13:22:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ANSPRECHPARTNER]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ursachen für Leerstände gibt es viele – Zwischennutzungen sind eine Möglichkeit, diesen etwas entgegen zu setzen und vorhandene oder neue Potenziale aufzuzeigen. Durch die zeitweise Nutzung schon länger leerstehender Gebäude, Gebäudeteile oder ungenutzter Flächen wird im Idealfall der Blickwinkel verändert sowie das Vertrauen der Eigentümer/innen in die Immobilie und von Investoren und Nutzer/innen in den ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ursachen für Leerstände gibt es viele – Zwischennutzungen sind eine Möglichkeit, diesen etwas entgegen zu setzen und vorhandene oder neue Potenziale aufzuzeigen. Durch die zeitweise Nutzung schon länger leerstehender Gebäude, Gebäudeteile oder ungenutzter Flächen wird im Idealfall der Blickwinkel verändert sowie das Vertrauen der Eigentümer/innen in die Immobilie und von Investoren und Nutzer/innen in den Standort gestärkt. Neu gewonnenes Interesse und Aufwertungen durch Investitionen in die Immobilie bedingen sich gegenseitig und verbessern die Chancen auf eine längerfristige reguläre Vermietung.</p>
<p><strong> In der AG Zwischennutzung treffen sich regelmäßig Akteure aus dem Quartier, der Lokalpolitik, dem Jobcenter und der Verwaltung, um gemeinsam Ideen für leerstehende Gebäude, brachliegende Flächen oder unattraktive Bereiche im öffentlichen Raum zu entwickeln. Alle Interessierten oder Neugierigen sind herzlich eingeladen, teilzunehmen!</strong></p>
<p>Neben den Zwischennutzungsprojekten wurden weitere Ideen im Kontext der Arbeitsgruppe entwickelt und diskutiert, die mit Unterstützung des Stadtumbaus zwischen 2006 und 2016 umgesetzt werden konnten. So basiert das Quartiersfonds-Projekt &#8222;UrbanOase&#8220; auf einer Idee aus der Arbeitsgruppe und auch das Projekt &#8222;Energieverteiler&#8220; ging aus der der AG hervor und wurde von den Urbanisten umgesetzt.</p>
<p>Auch zwei &#8222;Großprojekte konnte die AG Zwischennutzung anstoßen. Das Projekt „Das Blaue Haus“ wurde Ende 2011 erfolgreich beendet. Seit November 2009 hatte die EWEDO GmbH eine Maßnahme zur beruflichen Aktivierung, Integration und Qualifizierung durchgeführt und hierfür eine seit langer Zeit leerstehende Gaststätte genutzt. Die im Schnitt 14 Teilnehmer/innen der Maßnahme führten kleinere Renovierungsarbeiten (z.B. Malerarbeiten, Aufarbeitung von Tischen und Stühlen etc.) und sorgten mit kleineren Kunstobjekten für eine besondere Atmosphäre. Durch die Öffnung der Räumlichkeiten für über 50 Aktivitäten und Veranstaltungen mit fast 1.400 Besucher/innen wurde das Gebäude im Viertel bekannt gemacht und es konnten neue Nutzungsideen für die Räumlichkeiten entwickelt werden. Gleichzeitig haben die positiven Entwicklungen und die Unterstützung aus dem Projekt die Eigentümerin dazu animiert, ca. 26.000 Euro in das Gebäude zu investieren und hiermit einige der notwendigen Investitionen (z.B. Modernisierung der Elektrik und Heizungsanlage) zu tätigen. Highlight gegen Ende der Projektlaufzeit war der neue Fassadenanstrich, der dem Gebäude sogar den Titel &#8222;Denkmal des Monats November 2011&#8220; einbrachte und wesentlich dazu beitrug, dass die Aufwertung des Gebäudes für alle sichtbar auch auf das Umfeld abstrahlte. Übrigens: &#8222;Blau&#8220; war das Blaue Haus nie, das haben Farbuntersuchungen im Rahmen der Fassadenarbeiten ergeben. Der Name &#8222;Das Blaue Haus&#8220; stammt von der ursprünglichen Projektidee für die Zwischennutzung, für die die Ewedo GmbH zunächst ein anderes (blaues) Gebäude im Blick hatte. Der Name blieb erhalten und ist inzwischen ein feststehender Begriff im Unionviertel.</p>
<p>Mit dem &#8222;<a href="https://www.unionviertel.de/u-jack/">Quartierscafé U-Jack</a>&#8220; konnte die Ewedo GmbH im Februar 2012 bereits das zweite Zwischennutzungsprojekt im Unionviertel beginnen, dass die Nutzung und Aufwertung eines schon lange leerstehenden Gebäudes und die Beschäftigung langzeitarbeitsloser Menschen verknüpft. Im Rahmen des Stadtumbauprojektes wurde eine ehemalige Gaststätte an der Rheinischen Straße 194 angemietet. Ziel war es, hier ein &#8222;Quartierscafé&#8220; als nicht-kommerziellen Treffpunkt im Unionviertel einzurichten und so Veranstaltungen und Zusammenkünfte der Bewohner/innen zu fördern. Die 8 Teilnehmer/innen der Beschäftigungsmaßnahme betreiben unter fachlicher Anleitung einer Hauswirtschafterin das Café und leisten kleinere Büroarbeiten. Das Quartierscafé &#8222;U-Jack&#8220; hat am 20.06 2012 seine Türen geöffnet. Das Café ist jeden Montag bis Freitag von 10 bis 15 Uhr für alle Interessierten als Treffpunkt zum Verweilen und Menschen treffen geöffnet und bietet kleine Mahlzeiten zu kleinen Preisen. Dieses Angebot wird inzwischen sehr gut von Bewohner/innen angenommen, insbesondere die ältere Nachbarschaft hat hier einen Treffpunkt gefunden und immer mehr bedürftige Menschen machen von der Möglichkeit Gebrauch, Mahlzeiten zu ermäßigten Preisen zu erhalten. Dass das Angebot flexibel an die Bedürfnisse der Menschen vor Ort angepasst werden kann, zeigt die Aufnahme eines &#8222;Kakao to Go&#8220; auf die Speisekarte &#8211; gewünscht und gerne getrunken von Kindern auf dem Schulweg. Darüber hinaus steht das Quartierscafé als Raum für die Menschen des Quartiers auch zu anderen Zeiten zur Verfügung. Neben dem Familienzentrum Bartoldus mit einer Mutter-Kind-Kochaktion und Waffelbacken nutzte z.B. auch das Familienbüro den Ort, um junge Familien einzuladen. Des Weiteren werden die Räumlichkeiten von Institutionen aus der Nachbarschaft genutzt, um kleinere Treffen durchzuführen und mehr und mehr Netzwerkpartner aus dem Stadtteil werden auf die Angebote aufmerksam.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Projektgarten</title>
		<link>https://www.unionviertel.de/projektgarten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Silvia Beckmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Mar 2019 10:47:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BESONDERE ORTE]]></category>
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		<category><![CDATA[SOZIALES]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus einer &#8222;Restfläche&#8220; bzw. bewachsenen Minibrache ist auf Initiative von Ewedo und dem VMDO durch das Engament der Bevölkerung der Projektgarten an der Rheinischen Straße 244 entstanden. Verschiedene Arbeitsgruppen laden hier zum Mitmachen ein! Holz und Technik: Bau von Hochbeeten, Gartenmöbel, etc. Gärtnern, Säen und Ernten: Kochen und Zubereitung der Produkte aus dem Anbau Natur ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus einer &#8222;Restfläche&#8220; bzw. bewachsenen Minibrache ist auf Initiative von Ewedo und dem VMDO durch das Engament der Bevölkerung der Projektgarten an der Rheinischen Straße 244 entstanden. Verschiedene Arbeitsgruppen laden hier zum Mitmachen ein!</p>
<ul>
<li>Holz und Technik: Bau von Hochbeeten, Gartenmöbel, etc.</li>
<li>Gärtnern, Säen und Ernten: Kochen und Zubereitung der Produkte aus dem Anbau</li>
<li>Natur erleben: „Was wächst denn da?“ Naturerlebnispfad für Kinder</li>
<li>Kultur erleben: Planung von kleinen Musikveranstaltungen und Lesungen</li>
<li>Landmarke und Attraktion: Planung und Bau einer Lichtinstallation mit moderner LED-Technik</li>
</ul>
<p>Das Projekt TANDEM unterstützt die Begegnung und Zusammenarbeit von BewohnerInnen, BesucherInnen und Akteuren des Quartiers Unionviertel. Die Akteure VMDO e.V. und EWEDO GmbH Dortmund sind bereits seit langem aktiv im Stadtteil. Durch sie ist der Projektgarten entstanden.</p>
<p>Interessenlisten liegen im Quartierscafé U &#8211; Jack in der Rheinischen Straße 194 oder Haus der Vielfalt in der Beuthstraße 21 aus.</p>
<p><a href="https://www.facebook.com/Tandem-Unionviertel-1258869970865718/">Zur Facebook-Seite</a></p>
<p><a href="https://www.nordstadtblogger.de/tandem-projekt-richtet-garten-im-unionviertel-ein-naturerlebnis-fuer-kinder/">Zum Bericht der Nordstadtblogger</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Union der Lastenräder</title>
		<link>https://www.unionviertel.de/union-der-lastenraeder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank van Lieshaut]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Sep 2016 11:47:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DAS VIERTEL]]></category>
		<category><![CDATA[MOBILITÄT]]></category>
		<category><![CDATA[SOZIALES]]></category>
		<category><![CDATA[SPORT]]></category>
		<category><![CDATA[VEREINE UND EINRICHTUNGEN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rudolf und Lore und Frida. Namen, die sich merken sollte, wer Lasten zu bewegen hat. Egal, ob ein gebrauchter Kühlschrank abgeholt oder ein schweres Paket zur Post gebracht werden soll, egal, ob das akute Anliegen eine einmalige Sache ist oder regelmäßige Nachfrage besteht: das Unionviertel ist mobiler geworden. Preiswert, sauber und autofrei. Rudolf ist der ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Rudolf und Lore und Frida. Namen, die sich merken sollte, wer Lasten zu bewegen hat. Egal, ob ein gebrauchter Kühlschrank abgeholt oder ein schweres Paket zur Post gebracht werden soll, egal, ob das akute Anliegen eine einmalige Sache ist oder regelmäßige Nachfrage besteht: das Unionviertel ist mobiler geworden. Preiswert, sauber und autofrei.</p>
<p>Rudolf ist der Name einer Verleih-Initiative. Eine Abkürzung. In voller Länge heißt es, „RUDOLF ist dem RUhrgebiet und DOrtmund sein LastenFahrrad“. Aktuell kann die Initiative den Menschen im Ruhrgebiet sieben Räder anbieten. Eins steht in Bochum, sechs in Dortmund und von diesen sechs zwei im Unionviertel: Lore und Frida. Sie zu nutzen ist kostenfrei, RUDOLF funktioniert als Kollektivgut. Um den Fuhrpark warten und gegebenenfalls reparieren zu können, freuen sich die Verleiher gleichwohl über Spenden. Denkbar niederschwellig ist der Zugang zu den Rädern. Gebucht wird im Netz über die Seite <a href="http://www.dein-rudolf.de" target="_blank">www.dein-rudolf.de</a>.</p>
<p>RUDOLF richtet sich einerseits an Privatpersonen, auf der anderen Seite, im Hinblick auf regelmäßige Nutzung, gezielt auch an Gewerbetreibende. „Bundesweit gibt es etwa sechzig Initiativen dieser Art“, sagt Astrid Wendelstigh, die sich im Rahmen der Interessengemeinschaft VeloCityRuhr seit Jahren für bessere Radfahrbedingungen im Revier engagiert. Sie sieht noch viel Luft nach oben. „Gerade Dortmund rangiert im Städtevergleich weit hinten, was den Radverkehrsanteil betrifft. Er liegt hier bei gerade einmal 7,6 Prozent, in Münster sind es weit über 36 Prozent.“ Belegt ist allerdings, dass unter radfahrgerechten Verhältnissen mehr Menschen aufs Velo steigen, eine wachsende Zahl radelnder Verkehrsteilehmer wiederum kann Kommunen dazu bewegen, sich verstärkt um deren Belange zu kümmern. Es ist nichts anderes als die alte Geschichte vom Huhn und dem Ei.</p>
<p>Was &#8211; unabhängig von einer verbesserungswürdigen Infrastruktur innerhalb der Städte &#8211;  viele Freizeitradler davon abhält, auch im Alltag ihr Rad zu nutzen, ist die zugegeben eingeschränkte Tauglichkeit bei größeren Transporten. Schicht im Schacht ist meist schon beim Wocheneinkauf.<br />
„Mit Lastenrädern gibt es diese Probleme nicht mehr“, sagt Wendelstigh. „Lore und Frida zum Beispiel sind Dreiräder. Vorn befindet sich die lenkbare Achse, über der Achse ist eine geräumige Kiste montiert. Da lassen sich mehrere große Einkaufstaschen oder schwere Getränkekästen verstauen. Die zulässige Gesamtladung liegt bei 150 Kilogramm, inklusive Fahrer, das ist eine ganze Menge. Wir haben mit solchen Rädern ein Sofa transportiert und ein anderes Mal eine Waschmaschine. Vor einiger Zeit hatte sich ein Schreiner aus Düsseldorf bei uns ein Rad geliehen. Zunächst für eine Woche. Das hat ihm so gut gefallen, dass er sich anschließend selbst eins gekauft hat, um innerstädtische Aufträge zu erledigen. Für ihn ist das kostengünstig, er hat keine Parkplatzprobleme und mit dem Rad konnte er seine Auszubildende losschicken, die noch keinen Führerschein besaß.“</p>
<p>Auch Tabea Sieben, die für InWest arbeitet, hat nicht nur private Haushalte im Hinterkopf, wenn sie an Einsatzmöglichkeiten für Lore und Frida denkt. „Es gibt hier im Viertel viele junge Existenzgründer, die das Auto nicht unbedingt im Focus haben. Teils, weil ihnen das Geld fehlt, oft aber als sehr bewusste Entscheidung. Es findet ein Umdenken statt. Ökologische und soziale Fragen rücken in den Vordergrund. Im Hinblick auf Unionviertel Kreativ ist es unsere Idee, diesen Menschen Mobilität anzubieten. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass Kulturveranstaltungen wie Film- und Theaterfestivals einen Bedarf haben. Ich wünsche mir jedenfalls eine rege Nutzung.“<br />
Ausleihstationen von Lore und Frida, die natürlich nicht nur dem Quartier zur Verfügung stehen, sind der Union Gewerbehof sowie die Richardstraße 18. Glücklichen Umständen ist es zu verdanken, dass sie überhaupt im Pool von RUDOLF gelandet sind, wo sie jetzt mit Lastenrädern wie Rudi und Roter Panther instand gehalten, verwaltet und ausgeliehen werden. „Eine Zeitlang gab es im Unionviertel die Quartiershingucker“, sagt Sieben. „Das war ein Projekt mit Quartiers-Hausmeister für den Stadtteil. Die haben die beiden Lastenräder genutzt. Als das Projekt beendet wurde, tauchten die Räder nicht mehr im Straßenbild auf. Wir haben über die InWest recherchiert und sie im Keller des Versorgungsamts wiedergefunden. Dann ging alles ganz fix.“</p>
<p>Offiziell gehören Lore und Frida jetzt der InWest, die anderen RUDOLF-Räder sind dagegen Kollektivgüter. Für potentielle Nutzer macht das keinen Unterschied. „Das Prinzip solcher Commons im Gegensatz zu privatem Besitz ist hierzulande noch recht unbekannt“, sagt  Wendelstigh  &#8211; und bittet die Nutzer, ausgeliehene Räder pünktlich zurückzubringen und eventuelle Schäden sofort zu melden. Noch hält manch einer das anscheinend nicht für nötig, wenn er keinen festen Tarif zu zahlen hat, sondern nur um eine Spende gebeten wird.</p>
<p>Informationen und Ausleihbedingungen:<br />
<a href="http://www.dein-rudolf.de" target="_blank">www.dein-rudolf.de</a></p>
<p>Text: Martini<br />
Foto: InWest</p>
<p>September 2016</p>
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		<title>Taranta Babu</title>
		<link>https://www.unionviertel.de/ein-hoch-der-internationalen-nachbarschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Silvia Beckmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jan 2016 14:51:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BESONDERE ORTE]]></category>
		<category><![CDATA[BILDUNG]]></category>
		<category><![CDATA[GASTRONOMIEN]]></category>
		<category><![CDATA[SOZIALES]]></category>
		<category><![CDATA[VEREINE UND EINRICHTUNGEN]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Cafe]]></category>
		<category><![CDATA[Erholung]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
		<category><![CDATA[Taranta Babu]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon seit 1979 bereichert das Taranta Babu das Unionviertel mit seiner unvergleichlichen Mischung aus Buchhandlung, Treffpunkt, Café und Veranstaltungsort. Solidarische Nachbarschaft und Internationalität jenseits der Konsumtempel: Eine seltene Pflanze in den Wirren des 21. Jahrhunderts? Gelebte Utopie in einer Oase der Freigeister? Oder einfach ein Stück sanft institutionalisierte, globale Normalität? Ein Gespräch mit dem Initiator, ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schon seit 1979 bereichert das Taranta Babu das Unionviertel mit seiner unvergleichlichen Mischung aus Buchhandlung, Treffpunkt, Café und Veranstaltungsort. Solidarische Nachbarschaft und Internationalität jenseits der Konsumtempel: Eine seltene Pflanze in den Wirren des 21. Jahrhunderts? Gelebte Utopie in einer Oase der Freigeister? Oder einfach ein Stück sanft institutionalisierte, globale Normalität? Ein Gespräch mit dem Initiator, dem „Gesicht“ des Taranta Babu, Hasan Sahin, über ein (nicht-)alltägliches Dortmunder Phänomen mit einem nahezu weltweit guten Ruf, das auch am Standort selbst immer wieder Grenzen überwinden hilft.<br />
<strong><br />
Ein Verein, ein Café, eine Buchhandlung, ein Treffpunkt &#8211; das Bild vom Phänomen Taranta Babu ist vielfältig wie der Ort selbst. Vielleicht beginnen wir am Anfang und erzählen, wie dieser Ort entstanden ist: Wie sah es in der Humboldtstr. 44 im Jahr 1979, also zu Beginn, aus, und welche Rolle spielte Deine Person bei dem, was sich dann entwickelte?</strong></p>
<p><strong>Hasan Sahin:</strong> Ich habe Taranta Babu nicht im geringsten allein entwickelt, das aber lässt sich am besten aus meiner Biographie heraus erläutern: Ich war dabei, als sich schon 1974 der erste Ausländerverein in NRW gründete. Diese Freunde aus Spanien, Griechenland, Portugal und Chile, die alle wegen politischer Aktivitäten ihre Heimatländer verlassen mussten, trafen sich hier vor Ort, was einerseits mit der „Gastarbeiter-Problematik“, andererseits aber auch mit einem Interesse an Welt- und Europapolitik zu tun hatte. „Integration“ und „Migration“, beides Worte eher aus den 90ern, waren also die Themen, denn wir waren überzeugt: „Gastarbeiter“ bleiben hier. Und weil unter uns viele Bücherfreunde und Pädagogen waren, die sich Gedanken über die kommenden Generationen gemacht haben, wurde mit Kinder- und Jugendliteratur angefangen. Denn wenn man Deutsch als zweite Muttersprache lernen will, sollte man die erste erst einmal gut beherrschen. Und so hat sich aus der Idee heraus zunächst eine Buchhandlung manifestiert.<br />
<strong><br />
Wie verstehen wir den Namen des Ganzen in diesem Zusammenhang?</strong></p>
<p><strong>Hasan Sahin:</strong> „Taranta Babu“ ist der Name einer Person aus den „Menschenlandschaften“ von Nazim Hikmet und verweist auf die globalen Auseinandersetzungen, die sich u.a. in Äthiopien und Afghanistan abgespielt haben und abspielen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/01/Hasan-Taranta-Babu-9043.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-2817" src="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/01/Hasan-Taranta-Babu-9043-960x1442.jpg" alt="Hasan-Taranta Babu-9043" width="960" height="1442" srcset="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/01/Hasan-Taranta-Babu-9043-960x1442.jpg 960w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/01/Hasan-Taranta-Babu-9043-1240x1863.jpg 1240w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/01/Hasan-Taranta-Babu-9043.jpg 1363w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></a><br />
<strong><br />
(Nicht nur) Deutschland findet eben nicht außerhalb der Welt statt, wird aber manchmal nicht gerne an damalige wie heutige (Mit-)Täterschaften erinnert. Nutzen wir doch die historischen Parallelen für einen Blick in die Gegenwart des Hauses selbst: Man sieht in den 10ern eine Buchhandlung, ein angeschlossenes Kaffeehaus, ein wenig Bürowesen und nebenan auch einen Veranstaltungsraum. Kann sich all das ohne Förderung von offizieller Seite entwickelt und erhalten haben?</strong></p>
<p><strong>Hasan Sahin:</strong> Bis zum heutigen Tage haben wir kaum lokale Zuschüsse erhalten, was sich auch aus z.B. meiner persönlichen Geschichte erklärt: Ich bin anti-staatlich aufgewachsen. Ich habe meine Bürgerpflichten&#8230;<br />
<strong><br />
… und natürlich (hoffentlich) entsprechende -rechte&#8230;</strong></p>
<p><strong>Hasan Sahin:</strong> … und die Stadt hat die ihren. Mehr muss da nicht sein, und ich möchte möglichst wenig damit zu tun haben. Natürlich geben wir der Stadt auch etwas, an Reputation und Werbung, landes- wie Europa-weit und – ohne Übertreibung – weltweit, ob in Buchhandlungen auf dem Broadway oder in Kapstadt, wo wir geschätzt und empfohlen werden. Aber das spiegelt eben den Geist dieses Projektes wieder: Unsere Grundidee von Internationalität, internationalen, nicht ausschließlich lokalen Bewegungen und Strömungen. Und wir sind nicht naiv und tun so, als könnten wir jenseits von Wirtschaftlichkeit überleben. Das Kapital für die Miete kommt dann aber aus nicht-städtischen oder -staatlichen Quellen wie Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Vermietungen. Natürlich kann man uns auch einfach besuchen kommen und sich des Angebotes bedienen.</p>
<p><a href="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/01/Hasan-Taranta-Babu-9050.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-2815" src="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/01/Hasan-Taranta-Babu-9050-960x1443.jpg" alt="Hasan-Taranta Babu-9050" width="960" height="1443" srcset="https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/01/Hasan-Taranta-Babu-9050-960x1443.jpg 960w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/01/Hasan-Taranta-Babu-9050-1240x1864.jpg 1240w, https://www.unionviertel.de/wp-content/uploads/2016/01/Hasan-Taranta-Babu-9050.jpg 1260w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></a><br />
<strong><br />
Das scheint ein guter Weg jenseits von Abhängigkeiten und Kommerz zu sein. Wird der denn von den heutigen Generationen so mitgegangen? Was hat sich verändert in der Nutzung der Angebote seit den Anfangstagen? Hat sich das Haus selbst verändert?</strong></p>
<p><strong>Hasan Sahin:</strong> In den 80ern wohnten hier im Viertel hauptsächlich Arbeiterinnen und Arbeiter, Rentnerinnen und Rentner, Beamte. Viele allein stehende alte Männer und Frauen. Für die waren wir eine Aufenthaltsmöglichkeit, ein Lebensraum zum Kaffeetrinken am Morgen zum Beispiel. Die Kneipen haben eine große Rolle gespielt, so unser jetziger Veranstaltungsraum, der bis vor zwei Jahren eine sehr bekannte Kneipe unter Schachspielern war. Ein Perser führte eine Kneipe, die hauptsächlich von verrenteten Beamten besucht wurde. Diese Nachbarschaftskultur wurde in den 90ern von neuen Generationen von Imbissbuden, Restaurants und Kiosken abgelöst, wobei aber nicht mehr eine solche Vermischung wie zuvor erfolgt ist – was ich recht traurig finde. Diese Mischung – westfälische Küche, persische Küche; türkische Literatur, deutsche Literatur – macht für mich sehr viel aus: Das Zusammenleben, zusammen arbeiten, gemeinsam die Freizeit verbringen und sich am besten gemeinsam engagieren. Die Küche, die Gerüche, die freudigen wie traurigen Anlässe des Lebens zu teilen&#8230; Wenn ich vor der Tür als sozusagen Pförtner des Hauses&#8230;<br />
<strong><br />
… und vielleicht des Viertels&#8230;</strong><br />
<strong><br />
Hasan Sahin:</strong> … stehe oder sitze, dann kann ich das nach wie vor gut leben und den Weg zum Krankenhaus oder auch nur zu einem Parkplatz weisen. Und auch das Taranta Babu hat nach wie vor so eine nachbarschaftliche Scharnierfunktion, wenn man das so sagen will. Die Klinik und der Kindergarten sind gute Nachbarn von uns. Aber die persönliche Freiheit in einem Raum über Grenzen und Funktionen hinweg mit anderen zu leben, das ist vielleicht nach wie vor die „Daseinsberechtigung“ für unseren Freiraum hier. Letztens erst kam ein neu zugezogenes Paar zu uns als erster „Anlaufstelle“ nicht für Formalitäten oder Konsum, sondern als Ort für Nachbarschaftlichkeit. Vielleicht ist das heutzutage noch wichtiger als in den Anfangstagen.<br />
<strong><br />
Das zeigt den Alltag im Viertel, aber es gibt vor Ort neben Büchern und ein wenig Gastronomie auch Veranstaltungen mit regelmäßigen und losen Reihen, Kooperationen im Stadtgebiet und natürlich international. „Anlässe“ anderer Art, einmal vorbeizuschauen&#8230;</strong></p>
<p><strong>Hasan Sahin:</strong> Wir beschäftigen uns natürlich intensiv mit kulturellen und sozialen Fragen und laden dazu auch Gäste ein, die Lesungen, Diskussionen, bunte Abende ausrichten. Beispiele sind eine Gruppe griechischer, eine Gruppe spanischer und eine neue, kleine Gruppe syrischer, arbeitsloser Akademiker. Die spanische Gruppe richtet neuerdings Abende aus, auf der selbstverständlich alle Nationalitäten als Gäste geladen sind. Die Syrer planen ebenso eine Reihe mit Lesungen aus Tagebüchern. Der Austausch von Lebensgeschichten und -erfahrungen aus aller Welt spielt im Taranta Babu nach wie vor eine sehr große Rolle.</p>
<p>Taranta Babu</p>
<p>Verein zur Förderung der interkulturellen Lesekultur und Medienkompetenz e.V.<br />
Humboldtstr.44, 44137 Dortmund<br />
Tel: 0231 141689<br />
Mail : verein@tarantababu.de<br />
<a href="http://www.tarantababu.de/" target="_blank">www.tarantababu.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Text: Jens Kobler.<br />
Foto: Sabrina Richmann.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zentrum für Gehörlosenkultur e.V.</title>
		<link>https://www.unionviertel.de/zentrum-fuer-gehoerlosenkultur-e-v/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Silvia Beckmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Oct 2015 12:16:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DAS VIERTEL]]></category>
		<category><![CDATA[SOZIALES]]></category>
		<category><![CDATA[VEREINE UND EINRICHTUNGEN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Den mehrgeschossigen Backsteinbau an der Huckarder Straße, gleich linker Hand wenn man den Union-Gewerbehof betritt, nimmt man eher beiläufig wahr. Was genau sich hinter der efeubewachsenen Fassade verbirgt, dürfte nur wenigen Passanten oder Besuchern des Hofes im Detail bekannt sein &#8211; oder besser: nur wenigen hörenden. Hörgeschädigten Menschen dagegen ist das „Zentrum für Gehörlosenkultur e.V.“ ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Den mehrgeschossigen Backsteinbau an der Huckarder Straße, gleich linker Hand wenn man den Union-Gewerbehof betritt, nimmt man eher beiläufig wahr. Was genau sich hinter der efeubewachsenen Fassade verbirgt, dürfte nur wenigen Passanten oder Besuchern des Hofes im Detail bekannt sein &#8211; oder besser: nur wenigen hörenden. Hörgeschädigten Menschen dagegen ist das „Zentrum für Gehörlosenkultur e.V.“ (ZFG) ein fester Begriff. Geschäftsführer Joachim Welp sagt nicht ohne Stolz, in seiner Ausdifferenziertheit und aufgrund der Komplexität der angebotenen sozialen Dienstleistungen wäre es vielleicht einzigartig in Deutschland.</p>
<p>Das ZFG gründete sich aus bürgerlichem Engagement. 1985 war das, mittlerweile kann im Verein also auf eine 30-jährige Geschichte zurückgeblickt werden. „Hörende Eltern gehörloser Kinder haben sich Sorgen gemacht, was mit ihren Kindern geschieht, wenn die Schule absolviert ist und sie damit den geordneten Rahmen verlassen. Wenn sie allein auf sich gestellt sind. Die Frage war, an wen sie sich wenden können, gesetzt den Fall, dass sie einmal Rat benötigen“, erklärt Herr Welp. Eine berechtigte Frage, vor allem, weil mit einer Hörschädigung meist weitere Beeinträchtigungen ursächlich zusammenhängen, die es den Betroffenen oft schwer oder sogar unmöglich machen, ohne fremde Hilfe am sozialen Leben teilzunehmen.</p>
<p>„Als Hörende können Sie mit nahezu jedem Problem, das Ihnen auf den Nägeln brennt, eine Beratungsstelle in Ihrer unmittelbaren Nähe aufsuchen. Es ist egal ob sie zur Bürger-, Ehe- oder Schuldnerberatung gehen oder in die Verbraucherzentrale. Es existiert ein abgestuftes, breit aufgefächertes System von Institutionen, die Ihnen vor Ort ihre Dienste anbieten. Als Hörgeschädigter haben Sie diese Möglichkeit nicht.“ Hatten die initiierenden Eltern anfangs die Zukunft der eigenen Kinder im Blick, sollte sich bald zeigen, dass der Bedarf an Beratung insgesamt wesentlich größer war als sie es erwartet hatten. Hinzu kam, dass ihr Projekt aufgrund seiner Einzigartigkeit binnen kurzem überregional wahrgenommen wurde. Herr Welp weiß von Familien, die aus anderen Bundesländern ihren Wohnsitz nach Dortmund verlegt haben, weil hier das ZFG seinen Sitz hat. In der Folge entwickelte sich die ursprünglich als ambulante Kurzzeitberatung gedachte Initiative innerhalb weniger Jahre zu einem fassettenreichen Angebot – von sozialpädagogischer Familienbetreuung über rechtliche Beratung bis hin zur Suchthilfe.</p>
<p>Die Anfänge des ZFG lagen an der Lindemannstraße im Dortmunder Kreuzviertel. Größere Räumlichkeiten, der wachsenden Klientenzahl wegen bald erforderlich, wurden am Union-Gewerbehof gefunden. Der sukzessive Umzug begann 1994, 1998 konnte hier die Wiedereröffnung gefeiert werden. „Auf dem Hof, aber auch im allgemeinen Sprachgebrauch werden wir oft `das Gehörlosenzentrum´ genannt“, sagt Herr Welp. „Das spricht sich natürlich leichter aus als ein gestelzt klingendes `Zentrum für Gehörlosenkultur e.V.´. Die einfache Bezeichnung beschreibt allerdings nicht wirklich, was bei uns geleistet wird. Und selbst das Wort `Gehörlosenkultur´ kann in die Irre führen, weil es zwei verschiedene Aspekte beinhaltet. Einer der beiden ist korrekt, der andere existiert bei uns nicht mehr. Korrekt ist, dass wir die gehörlosen Menschen mit ihrer eigenen Sprache als eigene Kultur wahrnehmen. Das ist eine Facette des Kulturbegriffs. Die andere meint ein Kulturzentrum in dem Sinn, dass sich noch heute Musik- oder Theatergruppen bewerben, weil sie hier auftreten möchten. Da müssen wir leider passen.“<br />
Die möglichen Missverständnisse hängen unter anderem mit der Geschichte des Zentrums zusammen. Von Anfang an stützt sich das ZFG auf zwei Säulen: der Zusammenschluss der hörenden Eltern und der Stadtverband der gehörlosen Bürger Dortmunds. Den hatten die Eltern gleich kontaktiert, als sie ihre Interessengemeinschaft ins Leben riefen. Er ist der Dachverband aller ortsansässigen Gehörlosenvereine, also Sport-, Karneval-, Skat- und Romméverein, um nur einige zu nennen. Die einzelnen Vereine haben mit dem ZFG grundsätzlich wenig zu tun, stellen aber über ihren Dachorganisation einen der Grundpfeiler dar.<br />
„Was den Charakter von kulturellen Veranstaltungen betrifft, hatten die Vereine und die Eltern voneinander abweichende Vorstellungen“, sagt Herr Welp. „Das war ein Problem von mehreren. Anfangs wurde dennoch versucht, ein Programm auf die Beine zu stellen, wir verfügen ja über eine auf den ersten Blick geeignete Halle im Erdgeschoss, Lärmbelästigungen führten jedoch zu Ärger bei den Anwohnern. Parties können hier nicht gefeiert werden, weil bei der Ausstattung der Räume niemand an Schallschutzmaßnahmen gedacht hatte. Das war wohl ein Fehler, aber sie wurden nicht in Erwägung gezogen, weil es um ein Haus für Gehörlose ging. Allerdings wären wir auch finanziell gar nicht in der Lage, ein Kulturzentrum konventioneller Art zu bewirtschaften. Auf dem Gewerbehof wird aber unabhängig davon zur Zeit diskutiert, welche Bedeutung das Zentrum im Union-Viertel haben und welche Rolle unsere Halle dabei spielen könnte.“</p>
<p>Gegenwärtig arbeiten 44 Personen im ZFG, 40 davon sind Pädagogen. Sie beherrschen die Deutsche Gebärdensprache, unterliegen der Schweigepflicht und betreuen aktuell etwa vierhundert Klienten. Meist reicht die allgemeine Kurzzeitberatung von durchschnittlich zwanzig Minuten Länge, anstehende Fragen zu beantworten. Einzelne Klienten kommen regelmäßig, manchmal sogar mehrmals in der Woche. Das ist nicht weiter bemerkenswert, es liegt ständig etwas an, Kleinigkeiten, die sich schnell bereinigen lassen. Wichtig ist, dass die Berater ein Gespür entwickeln, zu registrieren, wenn eine Krise zu eskalieren droht. „Unsere Leute können nicht nur gebärden, sie sind in der Lage, sich gebärdlich auf das jeweilige Niveau ihres Klienten einzulassen. Es ist zum Beispiel nicht ungewöhnlich, dass jemand mit einem innerfamiliären Gestensystem zu uns kommt, weil er nie etwas anderes gelernt hat, weil er nie aus dem engen Kreis seiner Angehörigen rausgekommen ist. Missverständnisse sind da nicht immer zu vermeiden und lassen sich nur durch häufiges Nachfragen klären. Man darf nicht außer acht lassen, dass viele Hörgeschädigte im Weiteren an Depressionen leiden oder schwer traumatisiert sind. Der Mensch denkt in seiner Muttersprache und reflektiert in der Muttersprache alles, was um ihn herum geschieht, parallel zum eigentlichen Hören. Wer aber von Geburt an hörgeschädigt ist, wächst ohne Spracherwerb auf. Soziologisch gesprochen fehlt ihm die innere Form symbolischer Repräsentation. In der Folge hat er es bei seiner Identitätsbildung und Persönlichkeitsentwicklung ungleich schwerer. Mit der Gehörlosigkeit gehen oft seelische Erkrankungen einher.“</p>
<p>Therapeutische Maßnahmen zählen jedoch nicht zum Leistungsspektrum im ZFG. Die Arbeit beschränkt sich auf die psychosoziale Beratung. Sollte sich in deren Rahmen allerdings herausstellen, dass sich ein Klient im Alltag mit Problemen konfrontiert sieht, die er mittel- oder langfristig nicht mehr bewältigen kann, vermittelt das ZFG geeignete Hilfsangebote, angefangen bei ambulanter Therapie bis hin zur Vermittlung einer passenden stationären Unterbringung, sollte diese tatsächlich unumgänglich sein.<br />
Hinsichtlich der Frage, ob sich ein hörgeschädigter Mensch trotz seines Handikaps vergleichsweise normal am sozialen Leben beteiligen kann, hängt viel vom Elternhaus und der unmittelbaren Umgebung ab und der Möglichkeit, die Gebärdensprache zu erlernen. „Bedauerlicherweise ist die hierzulande erst seit vierzehn Jahren als Sprache anerkannt“, sagt Herr Welp. „Obwohl es sich um ein visuell orientiertes Zeichensystem handelt, ist es mittlerweile wissenschaftlich belegt, dass im Gehirn beim Gebärden die selben Bereiche aktiviert werden wie beim normalen Sprechvorgang. Das muss man natürlich wissen. Leider kann es noch immer passieren, dass ein hörgeschädigtes Kind automatisch in eine Schule für Lern- oder geistig Behinderte abgeschoben wird. Es wird künstlich verdummt. Die Erfahrung machen wir. Wenn es dann zu uns kommt und wir mit ihm gebärden, treten in der Vergangenheit gemachte Fehleinschätzungen oder Versäumnisse oft zutage.“ Die professionelle Beratung im ZFG kann helfen, diese auszubügeln. Aber auch, wer einfach „nur“ hörgeschädigt ist, findet hier Hilfe – und sei es lediglich bei der technischen Assistenz in puncto Hörgerät.</p>
<p>Text: Wolfgang Kienast</p>
<p>Foto: Daniel Sadrowski</p>
<p>26.10.2015</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zukunft durch Vielfalt</title>
		<link>https://www.unionviertel.de/zukunft-durch-vielfalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank van Lieshaut]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2015 13:22:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[SOZIALES]]></category>
		<category><![CDATA[WOHNEN UND LEBEN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Verschiedene Religionen, unterschiedliche Herkunftsländer, divergierende Biografien – all dies bedeutet viel Potential für eine vielfältige Nachbarschaft. Das Haus der Vielfalt ist der offizielle Anlaufpunkt im Unionsviertel für dieses Thema – geleitet vom Verbund sozial-kultureller Migrantenvereine Dortmund (VMDO). Seit 2008 besteht der VMDO und hat sich von Beginn an zur Aufgabe gemacht, gemeinsame Projekte von Menschen ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Verschiedene Religionen, unterschiedliche Herkunftsländer, divergierende Biografien – all dies bedeutet viel Potential für eine vielfältige Nachbarschaft. Das Haus der Vielfalt ist der offizielle Anlaufpunkt im Unionsviertel für dieses Thema – geleitet vom Verbund sozial-kultureller Migrantenvereine Dortmund (VMDO).</p>
<p>Seit 2008 besteht der VMDO und hat sich von Beginn an zur Aufgabe gemacht, gemeinsame Projekte von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und somit Toleranz zu fördern. Und dies geschieht nicht von einer einfachen Behörde aus, sondern im Zusammenspiel von 34 Migrantenorganisationen. Die Zusammenarbeit mit Schulen, Jugendeinrichtungen, gewerkschaftlichen Einrichtungen, Wohlfahrtsverbänden, Kammern, und den zuständigen kommunalen Institutionen steht im Mittelpunkt der Arbeit und mündet in konkreten Angeboten, die bevorzugt bereits im Kinder- und Jugendalter ansetzen.</p>
<p>Das Haus der Vielfalt selbst definiert seinen Aufgabenbreich so: „Das Haus der Vielfalt widmet sich der Aufgabe, alle im Quartier lebenden Menschen verschiedener Kulturen miteinander in Kontakt zu bringen und Vorurteile abzubauen.“ Und somit ist das Spektrum ein breites und reicht von Kunst- und Kulturarbeit über Kinder- und Jugendarbeit bis hin zu Bildungsarbeit, Frauen- und Seniorenarbeit. Regelmäßig finden im Haus Qualifizierungsberatungen und -kurse statt, an sieben Tagen in der Woche prägt aber vor allem der Kinder- und Jugendtreff KiVi das Bild. Sozialrechtsberatungen stehen am Tag, verschiedene Tanzkurse von Salsa bis Bachata oder einfach Schach spielen am Abend auf dem Programm.</p>
<p>Dass im Unionsviertel ganz selbstverständlich tamilische neben arabischen und palästinensischen Gruppen in einem Haus verkehren, das ist eine Art von Normalität, die anderswo nicht zum Alltag gehört. Entsprechend nimmt das Haus an jedem Sonntag auch an der Dortmunder Mahnwache teil und engagiert sich stark für Integrationsarbeit, aber eben auch für den Respekt untereinander. Das „Haus der Vielfalt“ veranstaltet aber nicht nur selbst, sondern stellt seine Räume und Infrastruktur auch externen Einrichtungen zur Verfügung und kooperiert mit nationalen und internationalen kulturellen Einrichtungen, Museen und Partnerstädten. Internationalität im Unionsviertel ist also beileibe nicht nur in den Mussen und Gastronomien zu finden – das Haus der Vielfalt holt die Menschen dort ab, wo sie zusammenleben: im Dortmunder Alltag.</p>
<p>Haus der Vielfalt<br />
Beuthstraße 21<br />
44147 Dortmund<br />
T. 0231 2867816312</p>
<p><a href="http://www.vmdo.de" target="_blank">www.vmdo.de</a></p>
<p>Text: Jens Kobler<br />
Foto: Sabrina Richmann<br />
14.09.2015</p>
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		<title>Willkommensfest Flüchtlinge Westpark</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Silvia Beckmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Sep 2015 13:48:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DAS VIERTEL]]></category>
		<category><![CDATA[SOZIALES]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es war ein klares Zeichen, das die Organisatoren vom Projekt Ankommen und Naturfreunde Kreuzviertel im Westpark gesetzt haben: Dortmunds Bevölkerung ist offen, hilfsbereit und heißt die Flüchtlinge willkommen, die unter teils lebensbedrohlichen Bedingungen aus ihrer Heimat vertrieben worden sind. Mit mehr als eintausend Besuchern über den Tag verteilt feierten Anwohner des Kreuzviertels und des Unionviertels ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es war ein klares Zeichen, das die Organisatoren vom Projekt Ankommen und Naturfreunde Kreuzviertel im Westpark gesetzt haben: Dortmunds Bevölkerung ist offen, hilfsbereit und heißt die Flüchtlinge willkommen, die unter teils lebensbedrohlichen Bedingungen aus ihrer Heimat vertrieben worden sind.</p>
<p>Mit mehr als eintausend Besuchern über den Tag verteilt feierten Anwohner des Kreuzviertels und des Unionviertels gemeinsam mit Vertriebenen am 30. August 2015 ein friedliches und buntes Willkommensfest. Die Botschaften waren eindeutig – wir lassen Flüchtlinge, die um ihre Leben fürchten müssen nicht im Stich, finden für sie einen Platz in unserer Gesellschaft und wir geben Flüchtlingsgegnern in Deutschland und Dortmund keinen Rückhalt.</p>
<p>Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß fand – im Gegensatz zu vielen Spitzenpolitikern – deutliche Worte bei seiner Eröffnungsrede: „Wenn in Deutschland Häuser von Flüchtlingen in Brand gesteckt werden um Angst und Schrecken zu verbreiten, dann haben die Täter kein politisches Ziel im Auge. Sie sind Mörder, sie sind Terroristen, sie nehmen den schrecklichsten Tod, den Tod durch Verbrennen billigend in Kauf.“</p>

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<p>Doch das Fest sollte kein Mahnmal sein und war es auch nicht. Vielmehr fand an diesem Tag im Unionviertel genau das statt, was an anderen Orten in Deutschland fehlt: Begegnungen, Austausch, gemeinsames Feiern, freundschaftliche Gesten. Astrid Cramer – eine der Organisatorinnen vom Projekt Ankommen – zieht eine positive Bilanz: „Das Willkommensfest war ein voller Erfolg! Wir haben deutlich gemacht, dass ein Miteinander möglich ist und den Flüchtlingen gezeigt, dass wir sie offen empfangen. Doch wir wollten auch in der Bevölkerung an unserem Infostand aufklären und den Dortmunder Tipps geben, wie und wo sie sich sinnvoll engagieren können.“</p>
<p>Und mit Engagement hat das Projekt Ankommen, dass sich im Frühjahr 2015 gegründet hat, bereits reichlich Erfahrung. Über die Aufgaben der Stadt hinaus dient Projekt Ankommen als eine Art organisatorische Zentrale, die Flüchtlingen auf dem Weg in einen Alltag in Deutschland hilft. Auf rein ehrenamtlicher Basis vermittel die Mitglieder überwiegend Sach- und Möbelspenden, helfen bei der Wohnungssuche und organisieren Umzüge. Eine logistische Herausforderung, denn Möbelspenden zum Beispiel können aus Ermangelung einer Lagerhalle erst beim Umzug selbst auf dem Weg abgeholt werden.</p>
<p>Ein wichtiger Aufgabenpunkt bei den Helfern des Projekts Ankommen: Patenschaften vermitteln, wie Jan Lüttermann erklärt. „Wer ohne oder mit wenigen Sprachkenntnissen in ein fremdes Land kommt, der benötigt Hilfe, um einen Zugang in ein normales Leben zu finden. Ob Behördengänge, Dinge des täglichen Lebens, oder Zurechtfinden in unserem Verwaltungs- und Gesundheitssystem – an diesen Stellen können ehrenamtliche Paten entscheidende Hilfestellungen geben.“</p>
<p>Und so funktioniert es: Einfach Kontakt zum Projekt Ankommen aufnehmen, gemeinsam mit den Ansprechpartnern überlegen, wie man als Flüchtlingspate aktiv werden und wie viel Zeit man dafür erübrigen kann. „Sinnvoll ist es zum Beispiel, wenn sich zwei Interessierte eine Patenschaft teilen. Dann können auch eventuelle zeitliche Engpässe der Paten gut überbrückt werden.“</p>
<p>Mehr als 30 Patenschaften hat das Projekt Ankommen seit Mai bereits vermitteln können, doch die Bereitschaft in der Bevölkerung liegt weitaus höher. „Allein beim Willkommensfest haben wir mehr als 100 Interessierte beraten können“, freut sich Astrid Cramer. „Die Menschen in Dortmund wollen helfen. Doch sie finden kaum eine Anlaufstelle, an die sie sich wenden können. Diese Lücke wollen wir schließen.“</p>
<p>Ein Engagement, das auch beim Rat der Stadt willkommen ist, der in seiner Sitzung am 3. September noch einmal ausdrücklich die ehrenamtliche Hilfe der Bevölkerung dankend hervorgehoben hat.</p>
<p>Angenehmer Nebeneffekt des Festes: Der Bitte an die Besucher, den eigenen angefallen Müll mitzunehmen, wurde offensichtlich mehr als nur halbherzig nachgegangen – der untere Teil des Westparks war nach dem Fest deutlich sauberer als sonst.</p>
<p>Für alle, die eine Patenschaft übernehmen und sich engagieren wollen:<br />
<a href="mailto:kontakt@projekt-ankommen.de">kontakt@projekt-ankommen.de  </a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Text: Holger Steffens<br />
Fotos: Magdalena Stengel</p>
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